Deutscher Gasmarkt
Die Voraussetzungen für Wettbewerb im Gasmarkt sind geschaffen: Integration der nordwesteuropäischen Märkte, diskriminierungsfreier Netzzugang und kurzfristige Lieferverträge auf Großhandelsebene. Damit wird auch das bisherige Geschäftsmodell der etablierten Gasversorger infrage gestellt.
In der Vergangenheit waren hohe Importmargen der Anreiz für Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer. Heute basiert der Wettbewerb vor allem auf dem Spread zwischen OTC- und ölindexierten Gaspreisen.
Neu ist auch die aktive Rolle vieler etablierter Gasversorger, die ihr Geschäftsmodell anpassen und sich den Herausforderungen durch Wettbewerb, Regulierung und Klimaschutz stellen. Margen- und Mengenverluste in den Heimatmärkten sowie sinkende Erlöse aus dem Netzbetrieb sollen durch überregionalen Vertrieb und strukturierte Gasbeschaffung aufgefangen werden.
Die marktwertbasierte Preisbildung in unterschiedlichen Endkundensegmenten wird zunehmend infrage gestellt. Mit der Erfüllung aller Verträge am virtuellen Handelspunkt erzwingt die neue Marktordnung letztlich eine Konvergenz der Endkundenmärkte. Kein Gasversorger wird nachhaltig zu Preisen anbieten, die signifikant unterhalb des Marktpreises liegen.
Mit steigender Transparenz und Liquidität der Handelsmärkte verlagert sich die margenträchtige Wertschöpfung in die weiterhin oligopolistischen Bereiche der Gaswirtschaft: Förderung und der Betrieb von Speichern. Auch in diesen Wertschöpfungsstufen engagieren sich deshalb in zunehmendem Maße neue Marktteilnehmer.










