Preisentwicklung am Stromgroßhandelsmarkt
Am Spotmarkt der deutschen Strombörse European Energy Exchange (EEX) wurde im Jahr 2007 rund 1/5 der gesamten Strombedarfs in Deutschland gehandelt. Vor allem die EEX-Terminmarktpreise fungieren immer mehr als Maßstab zur Preisbildung für Endkunden. Dabei ist zu erwarten, dass in Zukunft, einhergehend mit dem dringend erforderlichen Ausbau des Stromnetzes und der Grenzkuppelstellen, die Im- und Exporte weiter zunehmen und sich die Stromgroßhandelsmarktpreise in Europa immer mehr angleichen werden.
Unter der Voraussetzung eines vollkommenen Wettbewerbs bestimmen die variablen Kosten des teuersten, gerade noch eingesetzten Kraftwerks den Börsenpreis am Stromgroßhandelsmarkt. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass aufgrund geringer Transparenz und geringer Wettbewerbsintensität nicht allein die Grenzkosten den Großhandelsmarktpreis bestimmen, sondern andere Faktoren wirken: die Einpreisung der kostenlos zugeteilten Emissionszertifikate, Preisspekulation und Marktmacht.
Darüber hinaus setzt die notwendige schrittweise Erneuerung des europäischen Kraftwerksparks in Zukunft ein Preisniveau voraus, das auch die Amortisation der Investitionen in neue Kraftwerke ermöglicht, d.h. Preise, die oberhalb der Grenzkosten liegen und zu erheblich höheren Margen führen.
Die Preisentwicklung am Stromgroßhandelsmarkt ist von primärer Bedeutung für die am Markt aktiven Unternehmen (Kraftwerksbetreiber, Energie- versorgungsunternehmen, Industrie). Eine darauf abgestimmte Strategie im Portfolio- und Risikomanagement ist ein wesentlicher Faktor ihres Geschäftserfolges.










