Preisentwicklung am Stromgroßhandelsmarkt
An der European Energy Exchange (EEX) werden am kurzfristigen Stromgroßhandelsmarkt bereits rund ein Viertel und am Terminmarkt ca. das Doppelte des jährlichen Nettostromverbrauchs von Deutschland gehandelt. Die Entwicklung des Stromgroßhandels hat erheblichen Einfluss auf die Preisbildung für Endkunden und ist eng mit der Modernisierung des Energiesektors und den Anforderungen einer immer stärkeren Verknüpfung von Erzeugung und Verbrauch verbunden.
Die Preisentwicklung am Stromgroßhandelsmarkt, eine wesentliche Säule des liberalisierten Energiesektors, ist von primärer Bedeutung für die am Markt aktiven Unternehmen.
Aus Sicht von Investoren setzt die Errichtung neuer Kraftwerke ein Marktpreisniveau voraus, das die Amortisation der Investition und den wirtschaftlichen Anlagenbetrieb ermöglicht, d.h. die Grenzkosten der Stromerzeugung übersteigt. Neben den Grenzkosten des teuersten zur Deckung der Nachfrage benötigten Anbieters sind auch die Brennstoffpreise, Wettbewerbsintensität und EUA-Preise weitere Einflussfaktoren der Strompreisbildung nach dem Merit-Order-Prinzip.
Mit steigendem Anteil an der Erzeugung wächst der Markteinfluss der erneuerbaren Energien, da diese durch minimale Grenzkosten die Nachfrage nach konventioneller Stromerzeugung verringern und somit eine dämpfende Wirkung auf den Großhandelsmarktpreis haben.
Der Handel der EEG-Strommengen am EEX-Spotmarkt im bundesweiten Ausgleichsmechanismus, die EEG-Direktvermarktung und die zunehmende Steuerung von Angebot und Nachfrage erfordern und schaffen eine deutliche Erhöhung der Liquidität am kurzfristigen Stromhandelsmarkt in Deutschland.
Während die Börse durch neue Handelsmöglichkeiten (z.B. Einführung negativer Preise) und der Gesetzgeber/Regulierer durch Veränderung der Rahmenbedingungen (z.B. Regel-zonenbewirtschaftung, Ermittlung der EEG-Umlage) auf diese Entwicklung reagieren, ist für die Marktteilnehmer eine strukturierte Beschaffung im Rahmen einer sinnvollen Risikomanagement- und Portfoliostrategie wichtiger denn je.










