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Umsetzbare Smart-Metering-Produkte

/ 01. März 2010 /

TRENDreport Effizienz, März 2010

Großansicht Darstellung der Wertpotenziale (Saldo) der beschriebenen Produkte
Die LBD hat im Auftrag von EVB Energy Solutions und Alcatel Lucent eine neue Smart-Metering-Studie erstellt. Ziel dieser Studie ist es, auf systematische Weise eine Reihe von vorkonfigurierten Smart-Metering-Produkten für Endkunden zu entwickeln, die in der aktuellen Marktphase umsetzbar sind, und damit eine Anregung für Vertriebe insbesondere kleinerer und mittlerer Energieversorgungsunternehmen (EVU) zu geben.

Der deutschlandweit flächendeckende Rollout elektronischer Zähler wird kommen – früher oder später. Energieversorger sind gefordert, nicht nur ein Konzept für Messstellenbetrieb und Messung unter den neuen Rahmenbedingungen zu entwickeln, sondern insbesondere eine Vertriebsstrategie dazu zu erarbeiten, wie sich die Chancen in dem neuen Markt nutzen lassen. Dabei geht es zunächst vor allem darum, den Markt mit unterschiedlichen Produkten für die verschiedenen Zielgruppen zu besetzen. Einzigartige Produkte zur Differenzierung von Wettbewerbern sind erst in der nächsten Marktphase nötig.

Dabei haben gerade kleinere und mittlere EVU in der aktuellen, noch zögerlichen Marktphase einige strukturelle Vorteile, da sie eine integrierte Rollout- und Vertriebsstrategie durchführen und Multi-Utility-Produkte anbieten können.

Treiber für eine dynamische Markt- und Produktentwicklung wären weitere Vorgaben von Gesetzgebung und Regulierung zu den Anforderungen an Funktionalitäten, die Anpassung von Eichrecht und Standardlastprofilen sowie eine Regelung zum Datenschutz.

Aufbauend auf der Vorgängerstudie »Smart Metering – Erfolgreich sein durch Prozess-effizienz und Produktinnovation« wurden zunächst die Tarif- und Produktelemente für Smart Metering identifiziert, die bis 2012 massenfähig angeboten werden können. Dazu gehören Elemente wie Visualisierung und Auswertung des Verbrauchs, zeitvariable Tarife in Ergänzung durch Pre-Paid-Funktionalität und Bonusmodelle, informierende Signale zu aktuellen Preis- und Lastdaten, Effizienzberatung, Einbindung von Multi-Utility, Heizungs- und Eigenerzeugungsanlagen.

Die Elemente werden den relevanten Kundensegmenten wie Familien mit Kindern oder ökologisch Sensibilisierten mit ihren spezifischen Nutzenerwartungen, wie Erkenntnissen, Kosteneinsparungen oder Umweltschutz, zugeordnet. Vervollständigt durch Standardproduktbausteine, wie Vertragslaufzeit und Serviceleistungen, werden die für die aktuelle Marktphase nutzbaren Elemente zu einem Produktbaukasten aufbereitet. Dieser kann für die individuelle Produktentwicklung genutzt werden.

In der Studie werden die Produktbausteine dann zu Kombinationen zusammengeführt, die einzelne Segmente und ihre jeweiligen Ansprüche bedienen. Dabei werden zunächst drei grundlegende Produkte beschrieben: »Smart Basic«, »Smart Green« und »Smart Service«. Zudem werden sieben Varianten entwickelt, die auf diesen Basisprodukten aufbauen und bestimmte Zielgruppen und Nutzenerwartungen noch stärker bedienen.

Das Wertpotenzial der einzelnen Produkte ergibt sich aus den zugehörigen Kosten, der Zahlungsbereitschaft und der Größe des interessierten Kundenanteils.

Die Kosten werden bei effizienter Leistungserbringung und auf die Nutzungsdauer verteilt betrachtet. Um einen flächendeckenden Einsatz der Zähler im gesamten Versorgungsgebiet wirtschaftlich darstellen zu können, sind gewisse unternehmerische Risiken und 
Potenziale zu berücksichtigen und eine mittelfristige Perspektive in Bezug auf Kundenzahlen und Erlöse zu planen.

Die Deckungsbeiträge bestehen im wesentlichen aus einer höheren Zahlungsbereitschaft der Kunden für Mehrwerte durch Smart Metering. Diese steht in Beziehung zur Bewertung der Verbrauchseinsparungen sowie der Mehrwerte wie Komfort, Transparenz oder »Gutes Gefühl« durch einen Beitrag zum Umweltschutz.

Wie Kosten und Deckungsbeiträge zusammenzuführen sind, ist im Preismodell zu bestimmen. Es bieten sich hier mehrere Möglichkeiten: von einem Preismodell der transparenten Aufteilung der Kosten in separate Blöcke (Einmalgebühr, Grundpreis/Arbeitspreis, Service-Pauschalen), über ein »All in One«-Modell (Integration sämtlicher Kosten in den 
Arbeitspreis) bis zu Bonusmodellen mit einem »1-Euro-Zähler« ähnlich Mobilfunkverträgen.

Im Saldo der Kosten (auf Basis von Dienstleister- und Herstellerangaben) mit der Zahlungsbereitschaft je Produkt ergeben sich die Wertpotenziale wie in der Abbildung dargestellt. Das zum Teil negative 
Ergebnis kann insbesondere verbessert werden durch:
  • Skaleneffekte und 
Synergien bei raschem Rollout
  • Realisierung der Prozesseffizienzpotenziale
  • Reduzierung der Hardwarekosten durch die abzusehende Marktdynamik.
Die Studie ersetzt nicht die eigene Markt- und Kundenforschung durch die Vertriebe, sondern stellt einen Ansatz für die weitere individuelle Produktentwicklung dar.

Anspruch der Vertriebe sollte es sein, mittelfristig in allen Tarifen und Produkten einen elektronischen Zähler zu integrieren und dafür über attraktive Produktlösungen entsprechende Deckungsbeiträge zu generieren.
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