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Die Anforderungen aus Regulierung und Markt im Bereich Messen und Zählen stellen EVU vor Handlungsdruck: Sie sind gefordert, eine eigene Strategie zu entwickeln. Um erfolgreich zu sein, müssen die Versorger ihre Smart-Meter-Potenziale aus Prozesseffizienz und Produktinnovation identifizieren und in der Höhe abschätzen. Für EVB Energie und Diehl Energy Solutions hat die LBD eine Studie erstellt, die den Versorgern als Leitfaden hierzu dienen soll.
Für die EVU bestehen durch EnWG-Novellierung, MessZV und Wettbewerb Handlungsdruck: Sie sind gefordert, eine eigene Strategie zu entwickeln und die noch bestehenden Unsicherheiten soweit wie möglich durch eigene Analysen und Konzepte abzubauen. Sie müssen sich dadurch in die Lage versetzen, ab dem 01.Januar 2010 die gesetzlichen Anforderungen im Messwesen zu erfüllen, Risiken zu begrenzen und sich gleichzeitig auf die weitere Marktentwicklung einzustellen, um die Chancen auszunutzen.
Für die Ermittlung der Potenziale aus Prozesseffizienzen werden in der Studie zunächst die betroffenen Prozesse systematisiert. Auf Basis durchschnittlicher Ist-Kosten in den Prozessen werden die Einsparpotenziale der Höhe nach abgeschätzt. Dabei konnte eine Reihe Prozesse identifiziert werden, in denen das wesentliche Einsparpotenzial besteht. Diese sind in der abgebildeten Tabelle aufgeführt. Diese Werte sollen Versorgern bei der Analyse ihrer individuellen Potenziale zur Plausibilisierung dienen.
Aus den in der Studie beschriebenen Tarif- und Produktelementen lassen sich sowohl die gesetzlich vorgegebenen zeit- und lastvariablen Tarife nach § 40 Abs. 3 EnWG als auch weitere Tarifmodelle entwickeln. Für die Generierung von wirtschaftlichen Vorteilen aus den dynamischen Tarifen ist es langfristig notwendig, die Standardlastprofile abzulösen.
Derzeit ließe sich ein Beschaffungskostenvorteil von etwa 7 bis 14 Euro pro Kunde und Jahr erzielen. Höhere Potenziale werden zukünftig erzielbar sein, wenn die Volatilität der Beschaffungspreise steigt und mit Home-Automation-Technologien stärkere Leistungsverschiebungen möglich werden. Die individuellen Potenziale aus neuen Tarifmodellen sind unter Analyse eigener Marktpreisprognosen und Schattenportfolios zu ermitteln.
Aus den in der Studie ermittelten Produktelementen lassen sich nach einem »Baukastensystem« Produkte zusammenstellen. Dabei bietet Smart Metering, insbesondere in der Weiterentwicklung in Richtung Home Automation und Smart Grid, die Möglichkeit, vielfältige Anwendungsgebiete über die Commodity Energie hinaus einzubinden.Konservativ geschätzt, lässt sich zunächst ein zusätzlicher Deckungsbeitrag von etwa 10 Euro pro Kunde und Jahr erzielen. Der größte spezifische Deckungsbeitrag wird aus umfassenderen Produktpaketen und Mehrwertdienstleistungen zu generieren sein, während die Visualisierung des Verbrauchs über ein Web-Portal oder die häufigere Abrechnung nur geringe Deckungsbeiträge generieren.
Bei durchschnittlichen Betriebskosten für Messstellenbetrieb und Messung mit elektronischen Zählern in Höhe von rund 43 Euro pro Zähler und Jahr sind nach unserer Einschätzung Deckungsbeiträge in Höhe von rund 54 Euro pro Zähler und Jahr möglich (siehe nebenstehende Abbildung).
Die Kosten sind dabei bezogen auf mindestens 10.000 Zähler. Bei geringeren Anzahlen oder starker Streuung im Netzgebiet steigen die spezifischen Betriebskosten je Zähler deutlich an. Maßgeblicher Kostentreiber neben der Effizienz der Leistungserbringung ist die Hardware der Zähler und Kommunikationseinrichtungen.
Die Gegenüberstellung der durchschnittlichen Betriebskosten für Messstellenbetrieb und Messung mit elektronischen Zählern und den ermittelten durchschnittlich erzielbaren Deckungsbeiträgen zeigt: Versorger können mit Smart Metering wirtschaftlich erfolgreich sein. Sie sind nun gefordert, ihre individuellen Potenziale und Strategien zu ermitteln, um die sich bietenden Chancen von Beginn an nutzen zu können.