Rückblick: Erfahrungsaustausch Stadtwerke – GmodG und die Fernwärme


Am 24. Juni 2026 haben wir uns mit über 25 Teilnehmenden aus Stadtwerken und Energieversorgern zum Online-Erfahrungsaustausch getroffen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GmodG) konkret für den Fernwärmeausbau bedeutet. Anhand einer fiktiven Analyse auf öffentlichen Daten im Gebiet der Stadtwerke Frankenthal haben wir das durchgerechnet und diskutiert.

Hintergrund

Die Umsetzung des GModG wird immer konkreter. Das Gesetz löst zentrale Regelungen des GEG ab. Die 65-%-Erneuerbare-Pflicht entfällt ersatzlos. An ihre Stelle treten eine Biotreppe (ab 2029: 10 % Biomethan, steigend auf 60 % bis 2040) und eine Grüngasquote. Das Ergebnis: Erdgas-Brennwertkessel unterliegen künftig geringeren Anforderungen als die Fernwärme. Das etablierte Level-Playing-Field der Dekarbonisierung wird aufgehoben, mitten in laufenden Investitionszyklen.

Der „GmodG-Stresstest“

Im Mittelpunkt stand eine gebäudescharfe, fiktive Szenarioanalyse auf Basis öffentlicher Daten für das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Frankenthal – durchgeführt mit INFRA, unserer Software für die Wärmetransformation.
Die Analyse betrachtete anhand von zwei Szenarien (GEG vs. GModG) die Auswirkungen auf die grundlegende Eignung der Fernwärme für die zukünftige Wärmeversorgung sowie die Wirtschaftlichkeit eines detailliert simulierten Fernwärmenetzes. Das Ergebnis: Der wirtschaftliche Ausbaupfad verändert sich. Ausbaupläne und Vertriebsaktivitäten müssen geprüft und priorisiert werden.
Die Beispielanalyse zeigt somit auf, wie Risiken durch die Gesetzesnovelle quantifiziert und eingegrenzt werden können.

Das GModG wird uns weiter beschäftigen

Die Diskussion zeigte ein gemischtes Bild aus der Praxis: Während einige Versorger berichten, dass der Fernwärmeausbau durch Unsicherheiten bei Gebäudeeigentümern, Renditeerwartungen privater Gesellschafter, Baukapazitäten und Verschuldungsgrade ins Stocken geraten ist, sehen andere noch Spielraum. Die geplante Kostenaufteilung zwischen Mieter und Vermieter wirkt grundsätzlich als Argument für die Fernwärme im Kundengespräch. Thematisiert wurden außerdem volkswirtschaftliche Kosten paralleler Netzstrukturen, Wechselwirkungen mit der Gasbinnenmarktrichtlinie und vertriebliche Optionen.
Eine übergreifende Erkenntnis der Diskussion war: das GModG und weitere Gesetzesnovellen im Wärmemarkt werden uns alle noch weiter beschäftigen. Wir danken allen Teilnehmenden und freuen uns auf weitere Gelegenheiten zum Austausch.

Interesse am GmodG-Stresstest für Ihr Versorgungsgebiet? Sprechen Sie uns an.

Die gezeigten Folien finden Sie hier zum Download (PDF).

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