Webinar zur GEG-Reform
Die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) bedroht die Wärmewende und den Fernwärmeausbau. Die geplante Streichung der Vorgabe, neue Heizungen mit mindestens 65 Prozent erneuerbaren Energien zu betreiben, würde zu einem fundamentalen Preisvorteil von fossilem Erdgas gegenüber dekarbonisierter Wärme führen. Fernwärmeversorger hätten kein Verkaufsargument für ihre dekarbonisierte Wärme mehr. Milliardenschwere Abschreibungen könnten die Folge sein.
Wir sehen dringenden Handlungsbedarf, um Position zu diesem Gesetzentwurf zu beziehen und ihn als viel zu ambitionslos zurückzuweisen. Es braucht Rahmenbedingungen in Deutschland, die einen zuverlässigen Investitionsrahmen für Fernwärmebetreiber und die Wärmetransformation schaffen.
Wir laden Sie herzlich ein, sich mit anderen Stadtwerken zusammenzuschließen. Wir veranstalten hierfür am Mittwoch, den 4. März 2026, um 14.00 Uhr ein einstündiges Online-Treffen für Stadtwerke, in dem Carsten Diermann, unser Experte für Fernwärme, das aktuelle Eckpunktepapier zur Reform des GEG zusammenfasst und aufzeigt, welche Risiken für ihr Fernwärmegeschäft entstehen, wenn dieses Eckpunktepapier zum Tragen kommt. Wir möchten Sie gewinnen, mit uns gemeinsam ein Positionspapier zu erstellen, um gegenüber der Politik Stellung zu beziehen. Lassen Sie uns gemeinsam alles dafür geben, die Wärmewende zu retten!
Datum: 4. März 2026
Uhrzeit: 14 Uhr
Sprecher: Carsten Diermann, Prokurist und Experte für Fernwärme
Anmeldung: Bitte nutzen Sie zur Anmeldung diesen Link.
HINTERGRUND
Einigung bei Reform des Gebäudeenergiegesetzes
Union und SPD haben sich auf eine Reform des Gebäudeenergiegesetzes geeignet. Die Vorgabe, dass neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden, soll wegfallen.
Was würde dies konkret bedeuten?
Die 65-Prozent-Regel hat dazu geführt, dass jeder Kunde, der sich Alternativen zur Wärmeversorgung ansieht, immer einen hohen Anteil an erneuerbaren Energien berücksichtigen musste. Dies ließ sich nur mit einer Wärmepumpe oder mit einem hohen Anteil an Biomethan realisieren. Vollkosten der Wärmeversorgung für diese Alternativen liegen bei mindestens 15 Cent/kWh (netto).
Nun beabsichtigt die Bundesregierung, die 65-Prozent-Vorgabe zu streichen. Dies würde dazu führen, dass künftig wieder der Gaskessel mit Vollkosten von unter 12 Cent/kWh (netto) zum Wettbewerber der Wärmepumpe wird.
Der Kostenunterschied ist massiv. Fernwärmeversorger hätten bei diesem Wettbewerb extreme Schwierigkeiten, ihre Fernwärmeprodukte am Markt zu platzieren. Wir erwarten, dass sich sogar für Bestandskunden in der Fernwärme eine Umrüstung auf Gaskessel innerhalb von etwa 5 Jahren amortisieren ließe, weil die Gaslieferung einen so großen Preisvorteil gegenüber einigen Fernwärmepreissystemen hätte. Hierdurch entstünde auch im Bestandsgeschäft eine ernsthafte Bedrohung.
Stadtwerke haben Milliarden in Anlagen und Netze investiert. Nun könnten erhebliche Abschreibungen auf die Branche zukommen, wenn Kunden nicht mitziehen und die kalkulierten Mengen und Erlöse nicht realisiert werden können. Zudem entfiele jeglicher Rahmen für künftige Investitionsentscheidungen.
Auch wenn unklar ist, wie das Gesetz schlussendlich ausgestaltet wird, halten wir die Gefahr für so immanent, dass man dies nicht dem Zufall überlassen darf. Der Dekarbonisierungsdruck muss höher sein, als der aktuelle Entwurf erwarten lässt.
Was müsste die Quote leisten?
Heizungen jährlich getauscht und aktuell zu 65 Prozent klimaneutral versorgt. Dies bedeutet statistisch eine EE-Quotensteigerung in der Wärme von 2,6 Prozentpunkten pro Jahr. Gehen wir davon aus, dass es monovalente Wärmepumpen sind, die ohne weiteren Umbau auch 100 Prozent EE-Anteil liefern können, reden wir über 4–5 Prozentpunkte Anstieg des EE-Anteils pro Jahr.
Jede Biomethanquote, die hinter 4 Prozentpunkte Anstieg pro Jahr zurückfällt, wäre indiskutabel. Bei 4 Prozentpunkten Anstieg pro Jahr hieße es aber auch, dass das deutsche Biomethanpotenzial bereits in zwei bis drei Jahren erschöpft wäre. Dabei ist noch gar nicht in Frage gestellt, ob das Biomethan (bzw. seine Rohgase) überhaupt verfügbar wäre. Es findet ja heute bereits Abnehmer.
Einige Ideen der Koalition sind nachvollziehbar. Aber die skizzierte Umsetzung muss als viel zu ambitionslos zurückgewiesen werden. Die Branche muss aufzeigen, welche wirtschaftlichen Folgen dies für sie hätte und Position beziehen.
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